Anlass ist das von der Bundesregierung vorgestellte „Reformpaket“, das nach Auffassung des Bündnisses einen massiven Angriff auf den Sozialstaat, Arbeitnehmerrechte und die öffentliche Daseinsvorsorge darstellt. Die angekündigten Maßnahmen werden weder die wirtschaftliche Entwicklung stärken noch die Lebensbedingungen verbessern. Stattdessen drohen Beschäftigten, Erwerbslosen, Studierenden, Familien, Rentnerinnen und Rentnern sowie kranken Menschen erhebliche Verschlechterungen. Dies kritisierten auch die verschiedenen RednerInnen in ihren Beiträgen scharf:

AWO-Vorständin Ina Schönwetter sagte: „Immer häufiger wird über den Sozialstaat gesprochen, als wäre er ein Kostenproblem. Als wäre Solidarität ein Luxus. Aber genau das Gegenteil ist richtig. Der Sozialstaat ist keine Belastung, sondern das Fundament unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts.“

Stefan Doll, Geschäftsführer des DGB Mittelfranken, erklärte:„Dies ist der größte Angriff auf den Sozialstaat seit Jahrzehnten. Es gibt keinen Bereich, der nicht betroffen ist. Wir müssen endlich die Verteilungsfrage in diesem Land stellen. Es kann doch nicht sein, dass 10 Prozent der Reichsten 60 Prozent des Vermögens haben!“

Besonders deutlich wurde die Rednerin des Antikapitalistischen Blocks:„Die Solidarität als lohnabhängige Klasse ist unsere Stärke. Lasst uns endlich den politischen Streik ganz oben auf die Agenda setzen!“

Die bunte, stimmungsvolle Demonstration verlief friedlich und ohne Zwischenfälle. Nach der Auftaktkundgebung am Kornmarkt bewegte sich der Zug durch die Nürnberger Innenstadt zum Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen und für Heimat (StMFH). Dort wurde eine Zwischenkundgebung mit weiteren Redebeiträgen abgehalten. Im Anschluss ging es am Hauptbahnhof vorbei zur Abschlusskundgebung am Aufseßplatz. Außer Reden wurden zudem vier sogenannte „Open-Mics“ von den Veranstaltenden angeboten. Hier hatten alle Interessierten die Möglichkeit, sich zu äußern, um ihre Betroffenheit und Wut auszudrücken. In vier Foren wurden die katastrophalen Auswirkungen der Einsparungen auf Gesundheit, Bildung und soziale Betreuung besprochen.

Thema war auch die Verbindung mit den aktuellen Aufrüstungsplänen. Eine junge Teilnehmerin rief: „Es ist klar, dass das Geld in die Rüstung fließen soll. Jeder dritte Euro soll für Panzer, Drohnen und Kanonen ausgegeben werden. Nicht mit uns!“

Bündnis-Vertreterin Tatjana Sambale sprach zum Ende der Veranstaltung von einem erfolgreichen Signal, das heute gesetzt worden sei. Heute haben zahlreiche Menschen klar gezeigt, dass sie für ihre Interessen einstehen und ihre Rechte verteidigen. Sie sind nicht bereit, sich stumm den Sparprogrammen der Regierung auszuliefern."