Die Sprecherinnen der ver.di-Betriebsgruppe Anja Schmailzl und Tina Knispel betonten, dass sie keine Kostenfaktoren, sondern Menschen sind und dass weniger Pflegekräfte ein höheres Risiko für die Patienten bedeuten. Der Inklusionsblock, bestehend aus Lebenshilfe, Noris Inklusion und anderen, schilderte, wie schwierig das Leben mit Behinderung ohnehin ist und welche Härten die geplanten Streichungen für die Betroffenen bedeuten. Das „Bündnis Zukunft Heilmittel erbringende Berufe“ warnte vor überlangen Wartezeiten bei Ergo-, Logo- und Ernährungstherapie sowie zusammenhängenden Disziplinen. Wer nicht rechtzeitig behandelt werden könne, riskiere dauerhafte Gesundheitsschäden, ob nach einem Schlaganfall oder einem Armbruch. Cornelia Basara vom Aktionsbündnis Psychotherapie rief zur Solidarität mit ihren KlientInnen auf, weil psychische Gesundheit alle Menschen betreffe und durch die angedrohten Kürzungen viele Praxen von Schließung bedroht seien. Sie formulierte das Motto des Tages, indem sie sagte: „Die Politik spricht von Einsparungen, wir sprechen von Menschen!“
Grundsätzlicher wurde die Rednerin des Antikapitalistischen Blocks. Es gehe um weit mehr als um massive Kürzungen in bestimmten Sozialbereichen. Man habe es mit einem bewusst geführten Klassenkampf von oben zu tun, ordnete sie ein und forderte dagegen einen politischen Streik.
Nach der Auftaktkundgebung ging es unter lautstarken Parolen mit vielen kreativen Transparenten über den Kirchenweg und die Brückenstraße zur Fürther Straße und zum Plärrer, wo dann Stefan Doll vom DGB und Tatjana Sambale von #unkürzbar sprachen. Sambale verwies darauf, dass immer mehr Leute durchschauten, was sich hinter den so genannten „Reformen“ verberge und sich nichts mehr vormachen ließen. Der große Abschluss mit über 25.000 Teilnehmenden fand dann am Kornmarkt beim DGB-Haus in fröhlicher, kämpferischer Stimmung statt. Alle trieb auch die Sorge über die Erfolge der AfD um, die als neoliberale Partei eingeordnet wurde. Es gelte, dafür zu sorgen, dass die angebliche Notsituation, die die Regierenden immer wieder heraufbeschwören, nicht den ultrarechten in die Hände spiele. Schließlich wolle die AfD noch mehr bei den Schwächsten streichen, MigrantInnen, queere Menschen und politische Gegner unter Druck setzen. Dagegen wolle man gesellschaftliche Solidarität stellen, so der breite Konsens.